WAM-Studentin Katharina Möbius in Namibia

16. November 2009

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Windhoek. Windhoek ist laut, staubig, gross, anstrengend, chaotisch, heiss. Windhoek hat weder einen Eifelturm, noch ein Prado und auch keinen Strand. Und doch fühle ich mich wohl in dieser Metropole, in diesem Ungestüm von Stadt. Es gibt nichts was es nicht gibt in Windhoek.
Hühner, die einfach an den Füssen zusammengebunden und kopfüber transportiert werden. Häuser werden von Männern und Frauen gebaut, die weder Schuhe, Handschuhe noch Helm tragen. Kreuzungen, die so verstopft sind, dass sich ein Auto weder vorwärts noch rückwärts bewegen kann. Frisörsalons auf der Straße. Dicke Kinder, die mit dem Auto vor KFC gefahren werden. Autos, die schon ewig am Straßenrand stehen und vergeblich darauf warten geflickt und wieder benutzt zu werden. Taxis die Hupen und man immer damit rechnen muss, jeden Moment von ihnen umgefahren zu werden. Es ist Frühling und die Stadt blüht in den schönsten Farben.
Am Abend schläft die Stadt und wirkt wie ausgestorben, sie gleicht einer Geisterstadt. Morgens kräht der Hahn und weckt einen pünktlich zum Sonnenaufgang.
Ich habe die einzigartige Gelegenheit für 70 Tage in diesem Land leben und arbeiten zu dürfen.
In der Goethe-Familie habe ich mich vom ersten Moment an wohl und zu Hause gefühlt. Die Arbeit ist sehr spannend und abwechslungsreich. Jede Minute ist prall gefüllt. Von morgens um 8 Uhr bis zum Feierabend um 18 Uhr. Langweile kenne ich hier nicht mehr. Das neue Programmheft muss fertiggestellt werden, für die Massiven Töne müssen die Hotelzimmer organisiert werden, für EES Auftritt in der deutschen Botschaft muss noch ein neues Mirkophone beschafft werden, Bilder für unsere Homestory Ausstellung müssen aufgehangen werden, die Filme für die thematischen Wochen zum Thema „20 Jahre Mauerfall“ müssen ausgesucht und geprüft werden und wenn unser Bibliothekar nicht im Hause ist, dann schmeiße ich auch noch nebenbei unsere Bibliothek und wenn dann noch eine Anfrage von der AZ kommt (älteste Tageszeitung Namibias) dann werde ich noch zur Journalistin.
Dieses Praktikum ist unglaublich vielseitig und ich habe in der kurzen Zeit meines Aufenthaltes schon sehr viel Neues dazu gelernt. Durch die Betreuung und Durchführung von eigenen Projekten wächst mein Erfahrungshorizont. Ich bin sehr glücklich in diesem Team als eine Mitarbeiterin gesehen zu werden und nicht als eine Praktikantin die nur zum Kaffee kochen benötigt wird!
Nicht nur durch meine Arbeit, sondern auch durch die Ausflüge am Wochenende habe ich die Kultur- Namibias lieben und schätzen gelernt. Eine unglaubliche Vielfalt spiegelt sich zu den unterschiedlichen Jahreszeiten hier wieder. Ich bin froh, dass ich den Frühling, sowie auch den Sommer hier erleben darf. Die Landschaft ist sagenhaft, die Menschen aufgeschlossen, neugierig aber nicht so aufdringlich und die Tierwelt ist atemberaubend.
Nicht ohne Grund wird Namibia „das Land der unbeschreiblichen Schönheit“ genannt.

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